Streuobstwiesen

Mit schonender Pflege Artenvielfalt fördern und erhalten

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Artenvielfalt in den Wiesen. Fotocollage A. Stein

Geschichte & Gegenwart

Die Streuobstwiese ist eine traditionelle Form des Obstanbaues. Auf Streuobstwiesen stehen hochstämmige Obstbäume meist unterschiedlichen Alters, Arten und Sorten. Die Bäume dienen der Obst Erzeugung; und da die Bäume locker stehen, dienen die Flächen zugleich als Grünland.

 

Der Streuobst Anbau hatte im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine große kulturelle, soziale, Landschaft prägende und ökologische Bedeutung. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sowie durch das Bau- und Siedlungswesen wurden Streuobstwiesen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark dezimiert. 

Heute gehören sie zu den am stärksten gefährdeten Biotopen in Mitteleuropa.

 

Die alten Sorten, die auch heute noch traditionell im Streuobst Anbau verwendet werden, wurden zu einer Zeit entwickelt, als Pflanzenschutzmittel gar nicht oder nur sehr eingeschränkt zur Verfügung standen. Sie sind daher gegenüber Krankheiten als besonders robust einzustufen.

 

In der von Gräsern dominierten Krautschicht zeigen sich oftmals eine Anzahl blühender Wiesenkräuter, wie zum Beispiel Löwenzahn, Schafgarbe, Wiesenschaumkraut, Wilde Möhre, Gewöhnlicher Frauenmantel, Großer Wiesenknopf, Heilziest, Wiesensalbei, Wiesen-Glockenblume u.v.m. 

 

In Streuobstwiesen können tausende Tierarten beheimatet sein bzw. dort ihre Nahrung finden. Den größten Anteil stellen Insekten, also Käfer, Wespen, Hummeln und Bienen.  Auf unseren Streuobstwiesen treffen wir unter anderem die Ackerhummel, verschiedene Kurzfühlerschrecken und eine große Anzahl von Wildbienen an. Auch die Vielfalt der Spinnentiere und Tausendfüßer ist bemerkenswert.

 

Natürlich  bieten Streuobstwiesen mit ihrem kleinräumigen Wechsel aus besonnten und halb oder ganz schattigen, trockenen und feuchteren Stellen, mit ihren Altholzlagerplätzen auch wichtige Sommer- und Überwinterungsplätze für verschiedene Amphibien- und Reptilienarten, wie beispielsweise den Laubfrosch, die Erdkröte, den Grasfrosch, und Eidechsenarten.

 

Für viele mitteleuropäische Vogelarten sind Streuobstwiesen ideale Brutstätten und Nahrungsquellen, wie zum Beispiel für Gartenbaumläufer, Gartenrotschwanz, Gimpel, Sumpfmeise, Stieglitz, Wiedehopf, Neuntöter und der Feldsperling sowie verschiedene Spechtarten.

 

Weiter profitieren auch zahlreiche Säugetiere von mit Höhlen durchsetzen Altbäumen und deren Umgebung inklusive Nahrungsangebot: Fledermäuse, Mauswiesel, Siebenschläfer, Igel, Feldmaus und auch der Feldhase.

 

Durch Neuanpflanzungen konnte der Rückgang der Streuobstwiesenbestände in Deutschland in einigen Regionen gestoppt werden. 

 

 Auch der NABU Heidewald hat sich aktiv daran beteiligt, dass Streuobstwiesen mit ihrer einzigartigen Fauna und Flora neu entstehen und erhalten bleiben: In den 90er Jahren wurden vom NABU auf ausgewählten Flächen hochstämmige Obstbäume angepflanzt, darunter Apfel- und Birnensorten, vereinzelt auch Zwetschgen und Kirschen. 

Ziel dieser Anpflanzungen war es, einen Naturraum zu schaffen, in welchem möglichst viele, schon gefährdete Arten, eine Zukunft finden können. 

 

Zahlreiche Pflegemaßnahmen rund ums Jahr gewährleisten den Fortbestand der Streuobstwiesen und ihrer Bewohner.

 

Ansprechpartner Streuobstwiesen NABU Heidewald

Herr Manfred Kappel

E-Mail: M.myzelium(at)gmx.de

Telefon: 06237 60350

   

Quellen: Wikipedia, eigene.